Chronik

2014 hat die Jahnschule ihr 60-jähriges Jubiläum gefeiert. Sie ist damit eher ein „junger Spund“ unter den Schulen, wie der Wiesbadener Kurier schreibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Bildungssituation schwierig: Die Klassen waren überfüllt, man unterrichtete im Schichtbetrieb und die Kinder mussten oft weite Wege zur nächsten Schule zurücklegen. Nicht zuletzt durch den Druck von Eltern wurde die Wiesbadener Stadtverwaltung aktiv und legte ein Förderprogramm für den Neubau von Schulen auf.

Die Vorarbeiten für den Bau einer Volksschule an der Karlstraße begannen 1951. Dort hatte eine Mine während des Zweiten Weltkriegs einen Häuserblock in Schutt und Asche gelegt. Hier, auf den Trümmern den Krieges, sollte ein modernes, zukunftsweisendes Schulgebäude entstehen.

1952

Jahr 1952

Am 20.08.1952 stellt der Turngau Süd-Nassau den Antrag, die neue Volksschule in der Karlstraße in Erinnerung an den „Turnvater Jahn“ – dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt – „Jahnschule“ zu nennen. Die zuständigen Gremien der Stadt Wiesbaden einigen sich schließlich auf „Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule“.

1953

Jahr 1953

Am 29.04.1953 wird die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule eingeweiht. Als Volksschule führt sie die Klassen 1 bis 9 und gilt als eine der modernsten Schulen im Bundesgebiet. Eine Lautsprecheranlage ermöglicht es, in allen Klassen Schulfunksendungen zu empfangen. Die Schule verfügt über 17 Klassenräume, mehrere Fachräume sowie einen Ess- und Hausarbeitsraum. Auch Handarbeits-, Musik-, Physik- und Werkraum, eine Turnhalle und Umkleidekabinen fehlen nicht.

1954

Jahr 1954

Der spätere Hollywoodstar Christine Kaufmann besucht die Jahnschule. In dieser Zeit laufen die Dreharbeiten zu ihrem Film „Rosen-Resli“.

1964

Jahr 1964

Als erste Volksschule Hessens erhält die Jahnschule ein Sprachlabor.

1968

Jahr 1968

Die Volksschule wird in eine Grundschule umgewandelt.

1976

Jahr 1976

Die Jahnschule erhält einen schuleigenen Verkehrsübungsplatz mit Fahrbahnmarkierungen, 20 mobilen Schildern und acht Go-Karts.

1982

Jahr 1982

Der muttersprachliche Unterricht wird eingeführt. Seit 1997 wird er als „herkunftssprachlicher Unterricht“ bezeichnet.

1995

Jahr 1995

Der Lions-Club spendet Spielgeräte für den Schulhof.

1996

Jahr 1996

Eltern gründen den gemeinnützigen Förderverein der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule. Die Elterninitiative „Kunst gegen Gewalt“ – gesponsert durch die Wiesbadener Volksbank – gestaltet den Schulhof freundlicher. Außerdem werden getrennte Pausen für die Vorklasse, das 1. und 2. Schuljahr sowie das 3. und 4. Schuljahr eingeführt. Das schafft mehr Platz auf dem Schulhof und mindert Streitigkeiten.

2000

Jahr 2000

Mit finanzieller Unterstützung des Ortsbeirates kann eine Schulbibliothek eröffnet werden.

2001

Jahr 2001

Der Vorlaufkurs zur Verbesserung der Deutschkenntnisse für Vorschulkinder wird eingeführt. Außerdem spendet die Allgemeine Deutsche Direktbank Frankfurt der Schule zwölf PCs und zwölf Bildschirme zur Einrichtung eines EDV-Raums.

2002

Jahr 2002

Die „Betreuende Grundschule“ mit Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung geht an den Start.

2003

Jahr 2003

Der Kurs „Deutsch & PC“ wird eingeführt. Der sprachintensive Unterricht in Deutsch und Mathematik richtet sich an Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen und wird in Kleingruppen parallel zum Klassenverband angeboten. Der Einsatz von Computerlernprogrammen fördert zusätzlich die Medienkompetenz.

2004

Jahr 2004

Die Treppenhäuser werden Jahr für Jahr bunter: Einen Aufgang verschönern Kinder und Lehrkräfte mit farbigen Elefanten, den anderen mit Tieren und Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen.

2007

Jahr 2007

Es wird ein Konzept zur Schulhofumgestaltung entwickelt. Die Schule erlangt das Teilzertifikat „Ernährung“, verliehen vom Hessischen Kultusministerium. Anerkannt werden damit die erfolgreichen Bemühungen zur gesundheitsfördernden Profilbildung im Bereich Ernährung. Außerdem erscheint die erste Schulzeitung, die von nun an jährlich herausgebracht und kostenlos an alle Schülerinnen und Schüler verteilt wird.

2008

Jahr 2008

Die Jahnschule nimmt erstmals am Freiwilligentag „Wiesbaden engagiert“ teil. Mitarbeitende von Dow Corning und vom Statistischen Bundesamt erneuern den PC-Raum.

2009

Jahr 2009

Das erste interaktive Whiteboard, eine digitale Tafel, wird in der Schule installiert.

2010

Jahr 2010

Mit finanzieller Unterstützung des DFB entsteht ein Fußball-Minispielfeld im Innenhof der Schule. Die ehemalige Fußballnationalspielerin Steffi Jones und Wiesbadens Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller weihen das neue Fußballfeld ein. Die Schule erlangt außerdem das Teilzertifikat „Bewegung“, verliehen vom Hessischen Kultusministerium.

2011

Jahr 2011

Durch die erfolgreiche Teilnahme an der Aktion des Hessischen Rundfunks „Wir machen das klar“ gewinnt die Jahnschule Geld- und Sachspenden. Damit kann die Schülerarbeitsbücherei renoviert und umgestaltet werden. Außerdem wird der Innenbereich des Schulhofs entsiegelt und der Aufbau eines neuen Klettergerüsts beginnt.

2012

Jahr 2012

Die langjährige Schulleiterin Birgitta Kazmirek wird in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Nachfolgerin ist die bisherige Konrektorin Kathrin Schwartz.

2013

Jahr 2013

Die Jahnschule wird in das Ganztagsprogramm des Landes Hessen aufgenommen und ist seit dem Schuljahr 2013/2014 eine ganztägig arbeitende Schule nach Profil I. Außerdem gewinnt die Jahnschule eine Spieleausstattung bei der Initiative „Spielen macht Schule“.

2016

Jahr 2016

Die Schule erhält einen Anbau und eine neue Mensa. Außerdem wird der Schulhof umgestaltet.

2012–2021

Schulleitung 2012 bis 2021

Frau Kathrin Schalke war neun Jahre lang Schulleiterin an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule. Für ihr großes Engagement gebührt ihr ein herzliches Dankeschön von der gesamten Schulgemeinde.

„Es ist für mich eine Bereicherung, täglich mit vielen unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen sowie Eltern zusammenzuarbeiten, Ideen aufzugreifen und damit die Schule weiterzuentwickeln. Getreu des Schulmottos ‚füreinander-miteinander‘ ist die Jahn-Schule für mich Lern- und Lebensraum für eine vielfältige Schülerschaft!“

2021

Schulleitung 2012 bis 2021

Tamara Bauder-Seitz übernimmt die Schulleiterstelle an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule.

2022

Schulleitung 2012 bis 2021

Die Jahnschule feiert ihr 70-jähriges Jubiläum mit einem großen Schulfest und öffnet die Räume.

2024

Schulleitung 2012 bis 2021

Jutta Kempenich-Bachmann übernimmt das Amt der stellvertretenden Schulleiterin.

Friedrich Ludwig Jahn

In Jahr 1952, in dem die Jahnschule eröffnet wurde, beging man seinen 100. Todestag: Friedrich-Ludwig-Jahn wurde 1778 als Sohn eines Dorfpfarrers in Lanz bei Brandenburg geboren und gilt als Vater der deutschen Turnbewegung. Am 18. Juni 1811 eröffnete er auf der Hasenheide in Berlin den ersten Turnplatz in Deutschland. Dort präsentierte er unter dem Motto „frisch, fromm, fröhlich, frei“ Darbietungen „deutscher Turnerkunst“.

Die Bewegungsabläufe und Geräte, die dabei zum Einsatz kamen, gingen auf den Pädagogen Johann Christoph Friedrich GutsMuths zurück, mit dem Jahn befreundet war. Sie spielen noch heute im Geräteturnen eine Rolle. Jahn und seine Mitstreiter entwickelten GutsMuths Idee der Leibeserziehung weiter und gaben ihr den Charakter einer volkstümlichen Bewegung mit patriotischem Anspruch:

Die deutsche Turnbewegung war von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verbunden und hatte den Anspruch, die Jugend für den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für eine geeinte deutsche Nation zu gewinnen.

Friedrich Ludwig Jahn selbst verbrachte durch seinen Einsatz gegen die mit der Restauration wiedererstarkten deutschen Klein- und Kleinststaaten sechs Jahre im Gefängnis. In Preußen und anderen deutschen Staaten wurde in jener Zeit sogar ein ein Turnverbot erhoben. Später lockerten sich diese Bestimmungen. 1848 wurde Friedrich Ludwig Jahn als Befürworter einer konstitutionellen Monarchie in die Deutsche Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche gewählt.

Friedrich-Ludwig Jahns Vorstellungen eines Nationalismus, die er allerdings in einer Zeit formulierte, als ein geeintes Deutschland eine Vision war, klingen aus heutiger Sicht befremdlich. Gleiches gilt für seine antisemitischen Äußerungen. Gleichwohl war er für seine Zeit ein fortschrittlicher Geist, der für liberale politische Ideen und demokratische Teilhabe eintrat. Sein Verständnis des gemeinschaftlichen, menschenverbindenden Sporttreibens, bei dem Standesunterschiede keine Rolle spielen, hat sich durchgesetzt und ist bis heute unzähligen Sportvereinen lebendig. „Turnen“ umfasste für Jahn Leibesertüchtigungen in allen Facetten einschließlich des Spiels. „Gehen, Laufen, Springen, Werfen, Tragen sind kostenfreie Übungen“, formulierte der Turnvater, „überall anwendbar, umsonst wie die Luft.“

Quelle: u. a. Wikipedia